Tarifrunde Chemie22: Verhandlungen ergebnislos vertagt

Die bundesweit zentralen Tarifverhandlungen für die 580.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie sind ergebnislos vertagt worden. Zwar haben sich beide Seiten in einigen Teilbereichen der Forderung aufeinander zubewegt. In den Kernfragen der finanziellen Ausgestaltung einer möglichen Brückenlösung, die die IGBCE angesichts der wirtschaftlichen Krisenlage in Folge des Ukraine-Kriegs ins Spiel gebracht hatte, liegen sie jedoch noch weit auseinander.

„Die Arbeitgeber haben noch einen weiten Weg vor sich, um über die Brücke zu gehen, die wir gebaut haben“, sagte IGBCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski nach dem Ende der zweitägigen Beratungen in Hannover. Die Gewerkschaft schlägt eine Kombination aus einer tabellenwirksamen, also dauerhaft geltenden Komponente und Einmalzahlung vor. Dies bei einer kurzen Laufzeit, um zunächst über die aktuelle Situation der ökonomischen Unsicherheit zu kommen.

„Bislang sprudeln die Gewinne der Konzerne weiter – ihre Beschäftigten aber leiden massiv unter der Inflation“, so Sikorski. „Die Tarifparteien haben die gesellschaftliche Verantwortung, sie jetzt schnell zu entlasten.“

Erste Annäherungen in Detailfragen

In Detailfragen zu Schichtarbeit, Auszubildenden und mobiler Arbeit haben sich beide Seiten angenähert. Neben einer Kaufkraftsteigerung für die Beschäftigten fordert die IGBCE eine Erhöhung der Nachtschichtzuschläge auf einheitlich 25 Prozent. Außerdem will die Gewerkschaft in der industriellen Transformation gute mobile Arbeit für die Zukunft gestalten und im Rahmen des Unterstützungsvereins der chemischen Industrie neue Fördermöglichkeiten zur Ausbildung Jugendlicher entwickeln, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Verhandlungen werden am 4. und 5. April in Wiesbaden fortgesetzt. Am 29. März um 18 Uhr stellt sich Verhandlungsführer Ralf Sikorski in einem virtuellen „Tarif-Talk“ live auf igbce.de den Fragen der IGBCE-Mitglieder aus der Chemie-Industrie.

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