Beschäftigte bei Antolin fordern tragfähiges Tarifpaket

Tarifaktion bei Antolin in Straubing
Mitglieder der IGBCE demonstrieren für einen neuen Haustarifvertrag vor dem Antolinwerk in Straubing. Foto: IGBCE

Am 15. März fand eine Tarifaktion vor den Toren des Automobilzulieferers Antolin in Straubing statt. Zahlreiche Mitarbeiter*innen setzten gemeinsam mit IGBCE und DGB ein Zeichen für einen neuen, tragfähigen Haustarif.

Seit September letzten Jahres wird beim Autozulieferer Antolin in Straubing ein neues Haustarifpaket verhandelt. Nach anfänglich konstruktiven Verhandlungen habe die Arbeitgeberseite im Februar bereits erzielte Konsenspunkte aufgekündigt und verschiedene Forderungen nachgeschoben. Zwischenzeitlich habe der Arbeitgeber angeboten, den nachwirkenden Haustarif, der von ihm selbst gekündigt worden sei, in groben Zügen wiedereinzusetzen. „Allerdings“, so der Verhandlungsführer der IGBCE, Christian Schlag, „gibt es bei der Interpretation des gekündigten Haustarifvertrages weitreichende Differenzen. Außerdem wurden Forderungen nach einer Änderung verschiedener Tarifregelungen angekündigt, die wir bislang noch nicht kennen.“ Die Tarifauseinandersetzung sei von Antolin insofern verschärft worden, als die Entgelterhöhung, die aufgrund des nachwirkenden Haustarifes letztes Jahr fällig gewesen sei, nicht weitergegeben wurde, kritisierte Schlag. Dies habe eine Massenklage zur Folge gehabt, die noch immer laufe. Ende Februar habe der Arbeitgeber die rückwirkende Zahlung der ausständigen Entgelterhöhung zugesagt. Nun erwarte man die schnellstmögliche Auszahlung.

“Sozialpartnerschaft wird im Unternehmen klein geschrieben”

Der Betriebsratsvorsitzende Johann Weiß stellte fest, dass der Tarifkonflikt eine Vorgeschichte habe, die deutlich mache, dass Sozialpartnerschaft im Unternehmen klein geschrieben werde. So seien bereits vor Auslaufen eines einschneidenden Standortsicherungstarifvertrages, der von 2016 bis 2019 zu Leistungskürzungen geführt habe, die nächsten Kürzungen gefordert worden. „Als dem von Seiten der Belegschaft eine klare Absage erteilt wurde, hat der Arbeitgeber im ersten Schritt damit gedroht Aufträge andernorts zu platzieren und im zweiten Schritt den Haustarif gekündigt“, monierte Weiß.

„Eine Sanierung über die Hintertür eines neuen Haustarifpaketes kann es nicht geben“, bekräftigte IGBCE-Sekretär Christian Schlag. „Wir fordern ein modernes, tragfähiges Haustarifpaket, das eine Übernahme der Entgelterhöhungen aus dem Flächentarif beinhaltet. Einer Absenkung des derzeitigen Leistungsniveaus erteilen wir eine Absage“, stellte Schlag heraus.

DGB Niederbayern zeigt Solidarität mit Beschäftigen bei Antolin

Unterstützung für die Tarifaktion kam vom DGB Niederbayern in Person des DGB-Geschäftsführers Andreas Schmal. Schmal überbrachte die solidarischen Grüße des DGB und unterstrich den Stellenwert guter Tarifverträge. „Ihr leistet gute Arbeit, ihr habt bereits einen hohen Beitrag zur Standortsicherung geleistet, jetzt ist der Arbeitgeber aufgefordert seinen Teil zu leisten und mit der IGBCE einen zukunftsweisenden Haustarif abzuschließen“, betonte Schmal.

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