Protest gegen Standortschließung bei Merck-Schuchardt

Protestaktion bei Merck-Schuchardt
Protestaktion bei Merck-Schuchardt. Foto: IGBCE

Das Pharmaunternehmen Merck plant weiterhin seinen Standort in Hohenbrunn bei München mit insgesamt 115 betroffenen Mitarbeitern zum 31.12.2023 zu schließen. Der IGBCE Bezirk München hat nun die Beschäftigten am Standort zu einer ersten gemeinsamen Protestaktion vor dem Werkstor aufgerufen.

„Am 13.01.2021 haben wir in der Mittagspause vor dem Betrieb in Hohenbrunn ein erstes starkes Signal gesetzt, dass wir uns weiterhin gegen die Standortschließungspläne wehren!“, erklärt IGBCE Standortbetreuer Stefan Plenk.

Unter dem Motto „Wir fordern einen Schutzschirm gegen den Kahlschlag“ versammelten sich über 60 Beschäftigten vor dem Werkstor. Mit zahlreichen Schirmen, Fahnen und einem selbst gestalteten Protestbanner gewappnet skandierten die Mitarbeitenden ihren Unmut gegenüber dem Arbeitgeber.

Hintergrund des Frusts der Beschäftigten ist, dass der Arbeitgeber nicht nur eine wirtschaftlich fragwürdige Entscheidung getroffen habe, sondern nun auch nicht bereit sei auf die Forderungen der Arbeitnehmervertretung für einen angemessenen Sozialplan einzugehen, argumentiert Plenk. Anstatt offen über die Forderungen des Betriebsrats bzw. die wirtschaftliche Notwendigkeit der Schließung mit Gewerkschaft und Betriebsrat zu verhandeln, blockiere der Arbeitgeber bislang überwiegend die Gespräche so der IGBCE Vertreter.

Auch die betroffenen Beschäftigten reagieren mit Unverständnis auf die Schließungsentscheidung, weil Hohenbrunn durchwegs profitabel und erfolgreich arbeitet. Merck hofft, durch die strategische Maßnahme (Zentralisierungspläne) effizienter und besser agieren zu können. Ob dies nicht auch mit den bestehenden Strukturen erzielt werden kann, wurde bislang kaum diskutiert.

Der Standort Merck-Schuchardt in Hohenbrunn bei München arbeitet effizient, erfolgreich und für den Mutterkonzern seit Jahren profitabel. Seine 115 Beschäftigten produzieren und befüllen Lösungsmittel, Reagenzien und Feinchemikalien. Dass jetzt ein traditionsreicher, gut funktionierender und attraktiver Standort mit einer 156-jährigen Geschichte geschlossen werden soll, stößt beim Standortbetriebsrat und den Mitarbeitern auf Unverständnis und seitens der IGBCE auf Widerstand.

Für Gewerkschaftsvertreter Plenk ist gerade in Corona Zeiten eine solche Entscheidung eines großen Dax-Konzerns so nicht nachvollziehbar. Vor allem dann nicht, wenn der Standort seit vielen Jahren schwarze Zahlen schreibt und auch in Zukunft aufgrund seiner Flexibilität in einer geänderten Konzernstruktur wichtig wäre. Die IG BCE kündigt daher an, sich zusammen mit den Beschäftigten weiter gegen den geplanten Kahlschlag zu wehren. Sie fordert Verhandlungen über einen gut ausgestatteten Sozialplan auf Augenhöhe und einen offenen und transparenten Umgang mit der Arbeitnehmervertretung.

Die IG BCE behält sich weitere Protestaktionen vor.

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